Chicago: Immigrationsoperation sorgt für Aufregung unter Fahrern am O’Hare Flughafen
CHICAGO – Ein Vorfall, der am Flughafen O’Hare für große Besorgnis sorgte, ereignete sich kürzlich in einem Parkplatz östlich von Terminal 5. Dort warten Uber- und Lyft-Fahrer auf Zuweisungen durch die Fahrdienst-Apps. Am Freitag vergangener Woche verhaftete die Grenzschutzbehörde 18 Personen in diesem Bereich, was von der Heimatschutzbehörde bestätigt wurde. Augenzeugenberichte und Aussagen von Anwohnern zeigen, dass die Situation während der Razzien angespannt und chaotisch war.
Stacy McCloud, die in einem Food-Truck in der Nähe arbeitet, berichtete, dass die Beamten der Einwanderungsbehörde mehrmals an dem Tag auftauchten und den Parkplatz sowie dessen Zugang blockierten. „Als die Fahrer bemerkten, dass sich die Beamten hier aufhielten, brach Panik aus. Alle riefen ‘ICE, ICE’ und die gesamte Parkplatzfläche wurde auf einmal zum Schauplatz von Chaos», so McCloud.
Eine Analyse der Situation zeigt, dass die Razzien im Einklang mit einer umfassenderen Strategie der Trump-Administration zur Verschärfung der Einwanderungspolitik stehen, die in Chicago bislang bereits zur Festnahme von über 1.000 Personen geführt hat. Laut Angaben der Illinois Drivers Alliance, einer Interessenvertretung für Fahrdienstanbieter, seien die Rechte der Fahrer auf ein faires Verfahren während der Razzien verletzt worden. «Dies ist Teil einer breiteren Strategie, die darauf abzielt, Angst und Spaltung innerhalb der Familien von Einwanderern zu verbreiten», erklärte eine Sprecherin der Allianz.
Tricia McLaughlin, Assistentin des Heimatschutzministeriums, erklärte, dass die Festnahmen gezielt gegen Personen gerichtet waren, die gegen die Einwanderungsgesetze der Nation verstoßen hatten. „Wer das Gesetz bricht, muss mit den Konsequenzen rechnen“, so McLaughlin. Unter den Festgenommenen befand sich laut ihrer Aussage auch ein «krimineller illegaler Einwanderer aus Venezuela».
Die Razzien in O’Hare werfen zudem wichtige Fragen zur rechtlichen Grundlage solcher Einsätze auf. Der Bürgermeister von Chicago, Brandon Johnson, betonte die Notwendigkeit, städtisches Eigentum zu schützen. „Wir arbeiten daran, sicherzustellen, dass städtisches Land niemals für rechtswidrige Maßnahmen der Einwanderungsbehörden genutzt wird“, erklärte Johnson. In diesem Kontext unterzeichnete er eine Verordnung, die den Einwanderungsbehörden verbietet, auf städtischem Gelände Durchsuchungen durchzuführen. Sein Büro gab an, dass rechtliche Schritte gegen die Beamten verfolgt werden sollen, falls sie gegen diese neue Regelung verstoßen.
Inmitten der Unsicherheit gab es Berichte von Fahrern wie Ricardo Velasquez, die als US-Bürger im Parkplatz ein Mittagessen einnahmen. „Ich fühle mit meinen Freunden, die nicht hier sind. Jeder hat das Recht zu arbeiten“, meinte Velasquez und verdeutlicht damit das Gefühl von Solidarität unter den Fahrern.
Solche Situationen werfen nicht nur ethische, sondern auch gesellschaftliche Fragen auf. Laut einer Studie des Pew Research Centers gibt es in den Vereinigten Staaten schätzungsweise 10,5 Millionen undocumented immigrants, wobei viele in niedriglohnbasierten Berufen arbeiten. In der aktuellen politischen Landschaft wird immer deutlicher, dass Einwanderungspolitik nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen betrifft, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Lebensrealitäten von Millionen von Menschen hat.
Die Ereignisse am Flughafen O’Hare sind ein Zeichen für die wachsende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Rechte von Einwanderern in den USA. Hierbei bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die Gemeinschaften und den Arbeitsmarkt in der Region auswirken werden.



