Wettkampf um das Bürgermeisteramt von New York City
In den Wettkampf um das Amt des Bürgermeisters von New York City gibt es klare Fronten zwischen den Spitzenkandidaten: Der demokratische Nominee und Abgeordnete Zohran Mamdani sowie der ehemalige demokratische Gouverneur Andrew Cuomo, der nun als Unabhängiger kandidiert.
Debatte und Konfrontation
Vor der ersten Debatte der Generalwahl, an der auch der republikanische Nominee Curtis Sliwa teilnehmen wird, zeigt eine Rückschau auf die beiden bisherigen demokratischen Primärdebatten, dass sich die beiden Kandidaten in diametral entgegengesetzten Positionen zueinander aufstellen. Für die Wähler, die nach Lösungen für die Schwächen des jeweils anderen suchen, haben sie sich als die Antwort positioniert.
Positionen der Kandidaten
Cuomo sieht in dem fast 34-jährigen Mamdani einen jungen, unerfahrenen Politiker, dessen Mangel an praktischer Erfahrung ihn seiner Meinung nach für die Führung der größten Stadt Amerikas disqualifiziert. Er kritisiert Mamdani als Vertreter eines Flügels der Demokratischen Partei, der seiner Auffassung nach die Organisation in Fragen wie der Unterstützung für Israel und der Wirtschaftspolitik fehlleitet.
Mamdani hingegen betrachtet Cuomo als Inbegriff eines gescheiterten Establishments der Demokratischen Partei und als Hauptverursacher der Erschwinglichkeitskrise, die im Zentrum seiner gesamten Kampagne steht. Zudem wirft Mamdani seinem Rivalen vor, das öffentliche Vertrauen verloren zu haben – eine Aussage, die sich auf die gegen Cuomo erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung bezieht, die dieser jedoch bestreitet.
Beispiel für die angespannte Dynamik
Ein prägnantes Beispiel für die angespannte Dynamik zwischen den beiden Kandidaten lieferte ein Austausch während der NY1/Spectrum News Primärdebatte, als beide nach ihrer Erfahrung gefragt wurden. Cuomo argumentierte, dass „Unerfahrenheit gefährlich ist“ und stellte Mamdani direkt in Frage: „Er hat noch nie mit einem Stadtrat, dem Kongress oder der Staatsgesetzgebung verhandelt […] Ein Mensch ohne jegliche Erfahrung in diesen essentiellen Bereichen zu diesem Zeitpunkt zu diesem Posten zu setzen, ist leichtfertig und gefährlich.“
Mamdani konterte mit einer Liste von Punkten, die Cuomos eigene Ungereimtheiten beleuchten. „Ich habe in meiner Karriere nie in der Schande Rücktritt nehmen müssen; ich habe Medicaid nicht gekürzt, ich habe nicht Hunderte Millionen Dollar von der MTA gestohlen […] und ich habe dies alles nicht getan, weil ich nicht Sie bin“, antwortete Mamdani scharf und korrigierte dabei auch Cuomos falsche Aussprache seines Namens.
Kontrastierende Ansätze
Im Verlauf der Primärkampagne verletzten sie immer wieder die Grenze des Konventionellen und riefen sich gegenseitig auf, um ihre Standpunkte zu verdeutlichen. Mamdani bot in der ersten Debatte progressive Politiken an, wie das Einfrieren von Mieten, die Einführung kostenloser städtischer Busse und universelle Kinderbetreuung, während er sich klar von Cuomo abgrenzte, der zu diesem Zeitpunkt der führende Kandidat in den Umfragen war.
Er sprach von einer Finanzierungsstrategie, die auf eine Besteuerung von 1% der Reichen abzielte: „Ich werde das finanzieren, indem ich die 1%, Billionäre und profitable Unternehmen besteuere, um die sich Mr. Cuomo mehr kümmert als um die Arbeiterklasse von New York.“
Cuomo konterte mit der Betonung seiner Erfahrung als ehemaliger Gouverneur und Bundesminister für Wohnungsbau, was ihm einen Vorteil in der Diskussion um die Umsetzung von Plänen gibt. „Es ist eine Sache, einen Plan zu haben, und eine andere, die Fähigkeit zu haben, ihn umzusetzen“, stellte Cuomo klar.
Bedauern und indirekte Angriffe
Die Moderatoren der NBC4-Debatte baten die Kandidaten, das größte Bedauern ihrer politischen Karrieren zu äußern. Sowohl Cuomo als auch Mamdani nutzten diese Gelegenheit, um indirekt den anderen anzugreifen und gleichzeitig ihr eigenes Image zu polieren. Mamdani sprach von seinem Bedauern, den Führern seiner Partei vertraut zu haben, was jedoch zu einer Erschwinglichkeitskrise geführt habe, während Cuomo bedauerte, dass die Demokratische Partei es zuließ, dass Trump gewählt wurde.
Polarisation und Zukunftsausblick
Die Beziehung zwischen den beiden Kandidaten hat sich derart polarisiert, dass sie zeitweise direkt auf die Dynamik zwischen ihnen eingehen mussten. Während der Debatte stellte Cuomo Mamdani eine kritische Frage, was von den Moderatoren als enges Band der Rivalität interpretiert wurde, als Mamdani über die Frage an Cuomos Person und nicht an einen anderen Kandidaten sprechen wollte.
Insgesamt spiegelt der rasanter Wettbewerb um das Bürgermeisteramt von New York City die tiefen Gräben innerhalb der Demokratischen Partei wider. Mehr als je zuvor müssen die Wähler abwägen, wer in dieser gespaltenen Atmosphäre die bessere Vision für die Zukunft der Stadt hat. Nach neuesten Umfragen stehen die beiden Kandidaten gerade einmal im drei Prozent Punkt Abstand voneinander, was die kommenden Debatten besonders entscheidend für den Ausgang dieser Wahl macht.



