Die US-Infrastruktur steht vor weiteren Verschlechterungen

Trumps Angriff auf Infrastrukturprojekte — Ein Risiko für Amerikas Entwicklung

In einer bemerkenswerten politischen Eskalation hat die Trump-Administration die Finanzierung für zwei bedeutende Infrastrukturprojekte in New York City eingefroren: den Bau neuer Tunnel, einschließlich des Gateway-Projekts zur Durchquerung des Hudson Rivers, sowie die Erweiterung der Second Avenue Subway in Manhattan. Diese Entscheidung, getroffen während einer Regierungsstilllegung, scheint darauf abzuzielen, Druck auf die demokratischen Führer Chuck Schumer und Hakeem Jeffries auszuüben, die beide New York vertreten. Besorgniserregend ist die Art und Weise, wie Trump diese Projekte blockiert – durch die Einführung eines äußerst belastenden Genehmigungsprozesses. Dies könnte eine weitreichende Gefährdung für die Entwicklung im gesamten Land darstellen.

Trumps paradoxer Weg, von einem Verfechter der Bürokratieabbauversprechen zu einem der größten NIMBYs («Not In My Backyard») des Landes zu werden, ist nicht zu übersehen. Vor vielen Jahren übernahm Trump eine ähnliche Herausforderung, als er die Sanierung des Wollman-Eislaufbahn in Central Park erfolgreich abschloss, indem er sich durch die staatlichen Vorschriften trickste. Diese Errungenschaft scheint jedoch in starkem Kontrast zu seiner aktuellen Haltung zu stehen, da er nun durch übermäßige Bürokratie und regulatorische Hürden die Fortschritte bei den Infrastrukturprojekten behindert.

Die aktuellen Tunnelprojekte sehen sich besonderen Anforderungen gegenüber, die vorschreiben, dass mindestens 10 Prozent der Subaufträge an „benachteiligte Geschäftsentities“ vergeben werden, typischerweise kleine Unternehmen, die von Minderheiten oder Frauen geleitet werden. Diese Regelungen, die seit langem Teil federführender Vorschrift sind, stehen jetzt in direktem Konflikt mit der neuen Agenda der Trump-Administration, die nicht nur den Fortgang der Projekte gefährdet, sondern auch Auswirkungen auf landesweit geförderte Infrastrukturinitiativen haben könnte.

Die Verwaltung hat die bestehende Regelung nicht nur aufgehoben, sondern einen neuen, noch komplexeren Prozess eingeführt. Dies hat dazu geführt, dass die bereits begonnenen Arbeiten gefährdet sind, da die Bundesmittel solange eingefroren werden, bis die neuen Richtlinien überprüft sind. Diese plötzliche Wende kann als ein klarer Versuch gewertet werden, Änderungen in der politischen Landschaft durchzusetzen und könnte auch eine Abschreckung für zukünftige Projekte darstellen.

Die finanziellen Auswirkungen sind erheblich. Amerikanische Bundesstaaten und Kommunen engagieren sich häufig in großen Infrastrukturprojekten, wobei die Kosten pro Einheit viel höher sind als in anderen wohlhabenden Ländern. Laut einer Studie des *McKinsey Global Institute* sind 60 bis 70 Prozent der Kosten für Infrastrukturprojekte auf ineffiziente Prozesse zurückzuführen. Diese Forschung belegt eine klare Verbindung zwischen bürokratischen Hürden und den steigenden Kosten, was bei den verfrühten Abschätzungen der Betriebskosten berücksichtigt werden muss.

Insgesamt zeigt Trumps aktuelle Politik, dass er nicht der versprochene „Bauer“ ist, der die notwendigsten Arbeiten vorantreibt, sondern eher derjenige, der die Durchführung von Projekten zunehmend behindert. Dies hat nicht nur kurzfristige negative Auswirkungen auf die New Yorker Infrastruktur, sondern könnte auch als Muster dienen, das andere Bundesstaaten und deren Infrastrukturvorhaben beeinflusst. Angesichts der drohenden finanziellen Risiken und der potenziellen Verzögerungen könnte dies das Land in eine kritische Situation führen, in der dringend benötigte Investitionen und Modernisierungen nicht mehr realisierbar sind.

Diese Entwicklungen werfen Fragen zur aktuellen Agenda der Trump-Administration auf und erfordern eine kritische Betrachtung ihrer langfristigen Auswirkungen auf die Infrastruktur und das Wohlstandswachstum in den USA. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Dynamiken entwickeln und ob die Regierung letztlich bereit ist, die notwendigen Kompromisse einzugehen, um die Infrastrukturprojekte voranzutreiben und gleichzeitig die zugrunde liegenden sozialen Anforderungen zu erfüllen.