Steuerpolitik in New York: Zohran Mamdani riskiert Abwanderung der Reichen
Der Bürgermeisterkandidat von New York City, Zohran Mamdani, hat seine Pläne zur Steuererhöhung für wohlhabende Bürger und Unternehmen verteidigt und dabei kritische Stimmen belächelt, die vor den möglichen negativen Auswirkungen auf die Stadt warnen. In einem kürzlich ausgestrahlten Podcast äußerte Mamdani, dass die Sorgen um seine Steuerprojekte übertrieben seien. Dabei plant er eine Anhebung des Unternehmenssteuersatzes, die Umverlagerung des Steuerdrucks auf wohlhabendere Stadtteile sowie eine pauschale Einkommensteuer von 2 % für Personen, die mehr als 1 Million Dollar verdienen.
Diese Vorschläge stoßen auf Widerstand, nicht nur von konservativen Stimmen, sondern auch von seinem Mitbewerber und ehemaligen Gouverneur von New York, Andrew Cuomo. Cuomo bezeichnete Mamdanis sozialistische Ansätze als „gefährlich“ und warnte, dass sie zur Flucht von steuerpflichtigen Bürgern führen würden. „Wenn Sie weiterhin Unternehmen und wohlhabende Personen in New York City besteuern, wird niemand mehr übrig sein“, argwöhnte Cuomo.
Die Sorgen um Abwanderung sind nicht unbegründet: Laut einer aktuellen Umfrage des Pew Research Centers könnten 27 % der Befragten in hohen Steuerregionen in andere Bundesstaaten ziehen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern oder die Steuern steigen. Vor allem die Balearen der Globalisierung, wie die Hamptons in New York, sind für Reiche attraktiv, die ihre Vermögenswerte schützen wollen.
Mamdani kontert die Argumente seiner Kritiker und betont, dass seine Steueranhebung keine negativen Auswirkungen auf die Stadt haben wird. „Die New Yorker werden nicht fliehen wegen einer 2%igen Steuererhöhung. Wo sollten sie stattdessen hingehen?“, fragte er provokant im Podcast. Um seine Position zu untermauern, verweist er auf prominente Unternehmer und Milliardäre, wie Bill Ackman, der trotz kritischer Äußerungen gegenüber liberalen Politiken in New York in der Stadt bleibt.
Die Befürchtung, dass hochbesteuerte und hochkriminalisierte Regionen wie New York City zu einem Abwanderungseffekt führen könnten, wird von anderen Experten ebenfalls geteilt. Bürgermeister Scott Singer von Boca Raton, Florida, äußerte sich besorgt über die langfristigen wirtschaftlichen Konsequenzen von Mamdanis Steuerpolitik und betonte, dass viele Menschen aufgrund von technologischem Fortschritt und der Attraktivität von weniger stark besteuerten Regionen zunehmend mobil werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die politischen Spannungen in New York City hinsichtlich der Steuerpolitik und der sozialen Gerechtigkeit an Intensität gewinnen. Während Mamdani für eine progressive Steuerpolitik steht, die auf Umverteilung abzielt, zeigen die Bedenken über die Flucht wohlhabender Bürger eine klare Kluft zwischen den verschiedenen politischen Lagern. Bei der bevorstehenden Wahl dürfte dieses Thema ein zentraler Streitpunkt sein, wohingegen die Wähler zunehmend darüber nachdenken, welche langfristigen Auswirkungen diese Politiken auf ihr alltägliches Leben und die Wirtschaft in New York City haben könnten.



