Strengere Vorschriften für die Beseitigung von stillgelegten Öl- und Gasbrunnen in New Mexico angestrebt
In New Mexico, wo die Öl- und Gasindustrie eine zentrale Rolle in der Wirtschaft spielt, fordern Umweltorganisationen, unterzeichnet von fast 900 Bürgern, eine Neubewertung der Richtlinien zur Beseitigung von «verwaisten Brunnen». Diese Brunnen, die nicht mehr in Betrieb sind, stellen eine bedeutende Gefahr für die Umwelt dar, indem sie Grundwasser verunreinigen und die Effizienz benachbarter Brunnen beeinträchtigen.
Berechnungen der staatlichen Behörden zeigen, dass New Mexico seit 2019 bereits mehrere zehn Millionen Dollar für die Sicherung und Beseitigung von rund 1.000 dieser Brunnen ausgegeben hat, während immer noch mehr als 1.400 weitere Brunnen auf ihre Beseitigung warten. Diese steigenden Kosten machen eine Reform der finanziellen Sicherheiten, die Öl- und Gasunternehmen hinterlegen müssen, unerlässlich. Experten warnen, dass die gegenwärtigen Vorschriften den tatsächlichen Kosten für die Beseitigung nicht gerecht werden.
Ein Analysebericht von legislativen Fachleuten empfahl kürzlich, die geltenden Regelungen zu den hinterlegten Sicherheiten zu überarbeiten. Die aktuellen Vorschriften begrenzen die finanzielle Absicherung auf 250.000 Dollar pro Betreiber für alle aktiven Brunnen. Die neu vorgeschlagenen Regeln, die von der New Mexico State Land Office und der Oil Conservation Division eingereicht wurden und von über einem Dutzend Umweltgruppen unterstützt werden, sehen vor, dass Betreiber für inaktive oder risikobehaftete Brunnen bis zu 150.000 Dollar hinterlegen müssen.
Die Öl- und Gas-Kommission, die aus drei Mitgliedern besteht, wird bis Anfang November tägliche Anhörungen zu den Vorschlägen abhalten. Während dieser Zeit haben Bürger die Möglichkeit, sich zweimal täglich zu äußern. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die öffentliche Meinung zu den neuen Vorschriften zu hören und die Transparenz des Entscheidungsprozesses zu erhöhen.
Ein zentrales Anliegen der Umweltverbände ist es, sicherzustellen, dass die neuen Besitzer von Brunnen über die notwendigen Mittel zur Beseitigung von Umweltschäden verfügen. Camilla Feibelman, Direktorin des Sierra Club Rio Grande, erklärte, dass die vorgeschlagenen Regeln nicht nur die hohen Reinigungskosten adressieren, sondern auch verhindern würden, dass Betreiber mit einer schlechten Bilanz bei der Einhaltung von Vorschriften für die Beseitigung von Brunnen verantwortlich gemacht werden. «Wenn ein Betreiber nicht in der Lage ist, eine angemessene Sicherheit für potenzielle Umweltschäden zu leisten, sollte er vielleicht nicht im Geschäft sein», so Feibelman.
Umfragen des auf politisches Marketing spezialisierten Unternehmens Voss Research and Strategy zeigen, dass 55% der 400 befragten Wähler in New Mexico der Meinung sind, dass der Staat mehr unternehmen sollte, um sicherzustellen, dass Unternehmen für ihre Reinigungskosten aufkommen. Diese Meinung wird von verschiedenen Umweltorganisationen unterstützt, die sich für faire Bedingungen in der Industrie einsetzen.
Gegner der vorgeschlagenen Änderungen, darunter die Independent Petroleum Association und die New Mexico Oil and Gas Association, bezeichnen die Regelungen als «übertrieben» und warnen, dass diese insbesondere kleine Produzenten schädigen könnten. Dennoch betonen die Unterstützer der Änderungen, dass die Öl- und Gasindustrie verantwortlich handeln muss, insbesondere wenn sie natürliche Ressourcen, oft aus öffentlichen Gebieten, zur Profitmaximierung nutzt.
In Anbetracht der sich zuspitzenden ökologischen Herausforderungen und der Notwendigkeit für Nachhaltigkeit stellt sich die Frage, ob die Vorschläge zur Verbesserung der finanziellen Absicherung für die Beseitigung von Brunnen einen Schritt in die richtige Richtung darstellen oder ob sie die Industrie unnötig belasten. Die bevorstehenden Anhörungen werden entscheidend sein für die künftige Regulierung dieser vielschichtigen Materie.



