Zunahme der Todesfälle durch häusliche Gewalt in Colorado

Bericht über den Anstieg von Todesfällen durch häusliche Gewalt in Colorado: Dringender Handlungsbedarf gefordert

Laut einem aktuellen Bericht des Colorado Domestic Violence Fatality Review Board ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt in Colorado dramatisch angestiegen. Im Jahr 2024 wurden im Bundesstaat 72 Todesfälle in 54 Fällen häuslicher Gewalt verzeichnet, was einen besorgniserregenden Anstieg von 24 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Unter den Opfern befanden sich acht „Kollateralopfer“, alle Kinder im Alter von drei Monaten bis sieben Jahren. Dies unterstreicht die gravierenden Konsequenzen häuslicher Gewalt, die nicht nur die direkt Beteiligten, sondern auch unschuldige Angehörige betrifft. „Jedes der acht Kollateralopfer war ein Kind. Häusliche Gewalt ist nicht nur eine Krise zwischen Partnern – sie zerreißt Familien und fordert junge Leben“, kommentierte Generalstaatsanwalt Phil Weiser, der den Bericht veröffentlicht hat.

Besonders alarmierend ist, dass Schusswaffen in 75 % der häuslichen Gewalt-Todesfälle eingesetzt wurden, und dies betrifft alle Kindertodesfälle in diesem Jahr. Angesichts dieser Statistiken forderte Weiser strengere Waffengesetze, um den Anstieg der Gewalt zu bekämpfen, insbesondere zum Schutz der betroffenen Kinder. Er betonte die Notwendigkeit für eine bessere Koordination zwischen Gerichten und Strafverfolgungsbehörden sowie frühzeitige Interventionen, wenn Warnsignale vorhanden sind.

Ein tiefgehender Blick auf die Statistiken zeigt, dass Todesfälle durch häusliche Gewalt im Jahr 2024 18 % aller Homizide in Colorado ausmachten, was den höchsten Anteil in den letzten fünf Jahren darstellt. Besonders in ländlichen Bezirken wird eine überproportionale Rate an Todesfällen durch häusliche Gewalt festgestellt, während viele der Täter zuvor bereits wegen häuslicher Gewalt festgenommen oder verurteilt wurden.

Auf Basis der Ergebnisse hat das Board mehrere Empfehlungen ausgesprochen, darunter:

Temporäre Entfernung von Schusswaffen: Die Polizei soll bei Festnahmen wegen häuslicher Gewalt verpflichtet werden, Schusswaffen am Tatort zu entfernen.

Rechtsklarstellungen: Die Gesetzgebung soll dahingehend klargestellt werden, dass Verurteilungen wegen häuslicher Gewalt dritten Grades den Besitz von Schusswaffen untersagen.

Informationsmaterial: Bereitstellung von Ressourcen für beide Parteien bei Häuslicher Gewalt-Einsätzen, wenn keine Festnahme erfolgt.

Die US-Abgeordnete Brittany Pettersen (D-Colorado) wies darauf hin, dass die kürzlichen Kürzungen bei den Bundesmitteln im Rahmen des „One Big Beautiful Bill Act“ bereits negative Auswirkungen auf Colorado haben. „Die Gemeinde Lake County spürt bereits die Auswirkungen der Bundesmittelkürzungen – tatsächlich sehen sie einen Anstieg der häuslichen Gewalt, haben jedoch keinen Ort, um die Opfer zu unterstützen, da ihr einziges Schutzhaus aufgrund republikanischer Kürzungen im Rahmen des Gesetzes gegen Gewalt an Frauen geschlossen wurde“, erklärte Pettersen über soziale Medien.

Die Organisation Advocates of Lake County, die Dienstleistungen für Opfer häuslicher Gewalt in Lake County bereitstellt, wurde kontaktiert, um Pettersens Aussagen zur Schließung des Schutzhauses zu bestätigen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war keine Antwort eingegangen.

In Anbetracht dieser besorgniserregenden Entwicklungen ist es für Gesetzgeber und gemeinnützige Organisationen entscheidend, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Sicherheit der Opfer zu gewährleisten und zukünftige Tragödien zu verhindern. Die steigenden Zahlen weisen nicht nur auf einen akuten Handlungsbedarf hin, sondern stellen auch eine Gesellschaftsfrage dar, die nicht ignoriert werden kann.