Rechtsstreit um Schwur von Adelita Grijalva: Arizona Attorney General klagt gegen Sprecher des Repräsentantenhauses
Washington – Die Attorney General von Arizona, Kris Mayes, hat eine Klage gegen den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson (R-La.), eingereicht. Mayes setzt damit ihre Drohung um, rechtliche Schritte einzuleiten, falls der oberste Republikaner im Repräsentantenhaus weiterhin den Schwur von Adelita Grijalva, der neugewählten Vertreterin, verzögert. Die Klage wurde am Nachmittag bei Gericht eingereicht und wirft Johnson vor, Grijalvas Eintritt ins Repräsentantenhaus unrechtmäßig zu verschleppen, um die Veröffentlichung von Dokumenten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein zu blockieren und den Republikanern im politischen Ringen um die Haushaltsbeschlüsse einen Vorteil zu verschaffen.
Adelita Grijalva hatte während einer Sonderwahl für den 7. Kongresswahlbezirk von Arizona gewonnen, um ihren verstorbenen Vater zu ersetzen. In einer Erklärung erklärte Mayes, dass Johnson aktiv das Recht der Bürger von Arizona auf eine Vertretung im Kongress entziehe und die Wähler diskriminiere. Ihr zufolge stellt diese Verzögerung eine Form von Besteuerung ohne Vertretung dar.
Die Klagefolie der Attorney General ist das Ergebnis einer Woche intensiver Vorbereitungen, in der sie behauptet, Johnson würde das Gesetz brechen, indem er einer ordentlich gewählten Abgeordneten den Zugriff auf ihr Amt verweigert. Mayes betont, dass Johnson Grijalva nur deshalb nicht den Schwur annehmen lässt, weil sie bereit sei, eine Entlassungsklage zu unterzeichnen, die eine vollständige Abstimmung über die Freigabe der Epstein-Dokumente erzwingen würde.
Johnson hat sich wiederholt gegen die Vorwürfe verteidigt und erklärt, dass Mayes keine Befugnis über die Vorgänge im Repräsentantenhaus habe. Er betont, dass Grijalva nach Wiedereröffnung der Regierung und Rückkehr des Repräsentantenhauses zur Session in ihr Amt eingeschworen werde.
Die Kontroversen entzünden sich an der Tatsache, dass sich das Repräsentantenhaus derzeit im Stillstand befindet, was die Debatte über den Bundeshaushalt betrifft. Der Haushaltsstillstand hat bereits praktische Auswirkungen auf die Funktionstüchtigkeit der Abgeordneten. House Minority Leader Hakeem Jeffries (D-N.Y.) äußerte sich optimistisch über die Klage und forderte Johnson auf, Grijalva am Freitagnachmittag während einer pro forma Sitzung ihres Amtes einzuschwören.
Jeffries konstatierte, es sei beschämend, dass Grijalva noch nicht vereidigt wurde, da der Sprecher und die Republikaner anscheinend weiterhin die Epstein-Dokumente vor der amerikanischen Öffentlichkeit verbergen wollten. Johnson kritisierte Jeffries’ Äußerungen und meinte, er habe von Jeffries eine bessere Argumentation erwartet, da dieser zuvor in der Unternehmensjuristerei tätig war.
Trotz der Schwierigkeiten erklärte Johnson, dass Grijalva ihre Wähler auch ohne offiziellen Schwur bedienen könnte. Grijalva hingegen wies dies zurück und erklärte, dass sie ohne die formelle Amtseinführung keine Mittel für ihr Büro bewilligen und somit keine Dienste für ihre Wähler anbieten könne.
Diese Klage ist nicht nur ein juristischer Vorstoß, sondern wirft auch Fragen über die Integrität des politischen Prozesses in den USA auf. Während sich die Gerüchte um die Epstein-Dokumente weiter verdichten, könnte dieser Streit zu einem Kampf um die Deutungshoheit in der politischen Landschaft der Vereinigten Staaten führen. In Zeiten, in denen die Spaltung innerhalb der amerikanischen Politik immer klarer wird, ist die bevorstehende juristische Auseinandersetzung ein Sinnbild für die tiefen Gräben, die zwischen Republikanern und Demokraten klaffen. Laut einer Umfrage des Pew Research Centers fühlen sich 60% der Wähler in den USA von der Politik nicht vertreten, was die Bedeutung von Grijalvas Fall für die Wählerstimmen unterstreicht.
Die Klage könnte somit auch weitreichende Implikationen für den Umgang mit politischen Quarrels und die Vertretung von Minderheiten im Kongress haben. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wird sich nun auf die nächsten Schritte dieser rechtlichen Auseinandersetzung richten, die das Potenzial hat, die Dynamik im Kongress entscheidend zu beeinflussen.



