Jagd auf Höckerschwäne in Kalifornien: Neue Regelung für die Bekämpfung invasiver Arten
Die kalifornische Fisch- und Wildtierbehörde hat eine bahnbrechende Entscheidung getroffen, die Jagd auf Höckerschwäne zuzulassen, um die Population dieser als «destruktiv» eingestuften, nicht heimischen Spezies zu verringern. Mit Wirkung ab dem ersten Januar wird allen Inhabern eines gültigen Jagdscheins die Möglichkeit gegeben, diese invasiven Wasservögel jederzeit zu jagen. Darüber hinaus haben Grundstückseigentümer und Pachtinhaber das Recht, Höckerschwäne ohne Genehmigung oder Jagdschein zu töten.
Diese Maßnahme wurde durch eine neue staatliche Gesetzgebung gerechtfertigt, die bis zum ersten Januar 2031 in Kraft bleibt. Die ersten Beobachtungen von Höckerschwänen in Kalifornien stammen aus einer Wassergeflügel-Brutpopulationserhebung im Jahr 2007, als sie erstmals in den Süßwasserlandschaften von Suisun und Napa entdeckt wurden. Seitdem hat sich die Bevölkerung auf schätzungsweise 6.900 Vögel erhöht. Höckerschwäne gelten in Kalifornien als «eingeschränkte und schädliche Spezies», deren Import, Transport oder Besitz gesetzlich untersagt ist.
Die Höckerschwäne sind weniger gesprächig als andere Schwanarten und leben ganzjährig in Kalifornien. Da sie im 19. Jahrhundert nach Nordamerika eingeführt wurden, fallen sie nicht unter den Schutz des Bundesgesetzes über Zugvögel, das Migratory Bird Treaty Act. Diese Art zeigt ein starkes Territorialverhalten und mischt sich nur schlecht mit anderen Wintervögeln. Ihr Hauptnahrungsbestandteil sind untergetauchte Wasserpflanzen, deren Vorkommen in Kalifornien begrenzt ist und die für empfindliche einheimische Arten lebensnotwendig sind.
Die neue Regelung stellt auch einen paradigmatischen Wechsel im Umgang mit invasiven Arten dar. Zusätzlich zu den Höckerschwänen erlaubt die Fisch- und Wildtierbehörde die Jagd auf zwei weitere invasive Vogelarten – den englischen Spatz und den europäischen Star. Solche Maßnahmen sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern spiegeln auch einen umfassenderen Trend wider, der in vielen Teilen der Welt zu beobachten ist: Die Regulierung und gezielte Bekämpfung invasiver Arten wird zunehmend als notwendig erachtet, um heimische Ökosysteme zu schützen.
Laut Experten des Internationalen Rates für Vogelschutz (BirdLife International) sind invasive Arten eine der Hauptursachen für den Rückgang von Vogelpopulationen weltweit. In Kalifornien, wo eine reiche biologische Vielfalt herrscht, wird dieser Schritt als kritische Maßnahme angesehen, um das empfindliche Gleichgewicht in den heimischen Lebensräumen wiederherzustellen.
Die Stärkung der Regelungen zur Bekämpfung invasiver Arten kann auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, da gesunde Ökosysteme nicht nur der Biodiversität zugutekommen, sondern auch dem Tourismus und der Fischerei, die für viele Gemeinden essenziell sind. In Anbetracht dieser Überlegungen könnte die Entscheidung, die Jagd auf Höckerschwäne zu genehmigen, als Teil eines umfassenderen Rahmens zum Schutz der kalifornischen Natur betrachtet werden. Die Behörden müssen jedoch sicherstellen, dass die Umsetzung dieser Regelung sowohl ökologisch als auch gesellschaftlich verantwortungsvoll geschieht.



