Berichtet: Amerikanischer Missionar in Niger entführt

Amerikanischer Missionar in Niger entführt: Kampf gegen den Terrorismus in der Sahelzone unter Druck

Ein amerikanischer Missionar wurde aus seinem Haus im westafrikanischen Land Niger entführt, wie mehrere Sicherheitsquellen berichteten. Die Identität des Entführten wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben. Der Vorfall ereignete sich in der Hauptstadt Niamey, nur etwa 91 Meter vom Präsidialpalast entfernt, in dem der gestürzte Präsident Mohamed Bazoum festgehalten wird.

Laut US-Medien arbeitete der Missionar für eine US-basierte Wohltätigkeitsorganisation und lebte seit 2010 in Niger. Details zu seinen Entführern sind bislang unklar. Das US-Außenministerium hat bestätigt, dass man über die Entführung eines amerikanischen Bürgers in Niger informiert ist und dass Mitarbeiter der US-Botschaft eng mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten.

Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte: «Wir beobachten, dass die gesamte US-Regierung Maßnahmen ergreift, um die Rückkehr dieses amerikanischen Bürgers sicherzustellen.» Berichten zufolge wurde der Mann von drei unidentified gunmen entführt, wobei aktuell keine Forderungen von den Entführern bekannt sind.

Besorgniserregend ist, dass das Handy des Entführten bis zu einem Standort etwa 90 Kilometer nördlich von Niamey geortet wurde. Dieses Gebiet gilt als Rückzugsgebiet für Gruppen, die mit dem Islamischen Staat in der größeren Sahara in Verbindung stehen, so nigrische Sicherheitsquellen.

Dieser Vorfall geschieht nur zwei Jahre nach dem Putsch im Juli 2023, der zur Absetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Bazoum führte. Die Machtübernahme durch General Abdourahamane Tiani und seine Militärjunta hat die Stabilität in einer Region weiter untergraben, die ohnehin schon von jihadistischen Aktivitäten und militärischen Regierungen geplagt ist.

Niger liegt im Herzen der Sahelzone, einem Gebiet, das sich vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt. Mit einer Fläche von über 1,27 Millionen Quadratkilometern ist Niger das größte Land Westafrikas und galt vor dem Putsch als Beispiel für relative demokratische Stabilität im Vergleich zu seinen Nachbarn Mali und Burkina Faso. Laut dem US-Außenministerium ist Niger «ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Stabilität in der Sahelzone» und «ein verlässlicher Partner im Kampf gegen den Terrorismus» gegen verschiedene islamistische Gruppen, die entweder mit dem Islamischen Staat oder Al-Qaida verbunden sind.

Die Entführung eines US-Bürgers in einem Kontext, der von politischer Instabilität und terroristischen Bedrohungen geprägt ist, wirft ernsthafte Fragen zur Sicherheit von Ausländern in der Region auf. Sicherheitsanalysten weisen darauf hin, dass die Zunahme von Entführungen und gewalttätigen Übergriffen miteinander verknüpft ist: Die Unsicherheit in Niger fördert das Risiko für humanitäre und missionarische Einsätze, während gleichzeitig die Notwendigkeit eines strategischen Umgangs mit der Region dringlicher wird.

Die internationale Gemeinschaft, darunter auch die Vereinigten Staaten, steht vor der Herausforderung, nicht nur die Sicherheit ihrer Staatsbürger zu gewährleisten, sondern auch eine grundlegende Stabilität in einer der volatilsten Regionen der Welt herzustellen. In einer Zeit, in der die Zusammenarbeit gegen den extremistischen Terror von entscheidender Bedeutung ist, wird der Fall dieses Missionars zur Stichprobe für den fortwährenden Kampf um Sicherheit und Frieden im Sahel.