Colorado ergreift Maßnahmen zur Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit angesichts der drohenden bundesstaatlichen Lebensmittelhilfen
Mit nur noch wenigen Tagen bis zum Auslaufen der Bundesmittel für Lebensmittelhilfen hat Gouverneur Jared Polis von Colorado die Initiative ergriffen, um bis zu 10 Millionen Dollar für Lebensmittelbanken im Bundesstaat bereitzustellen. Diese Entscheidung erfolgt in einem kritischen Moment, da die Regierung der Vereinigten Staaten sich in einem anhaltenden Stillstand befindet, der bereits mehrere Wochen anhält, und die Besorgnis über Programme wie das Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) und das Special Supplemental Nutrition Program for Women, Infants and Children (WIC) wächst.
Ernährungsunsicherheit in den USA: Ein wachsendes Problem
In Colorado äußerte Gouverneur Polis seine Besorgnis über die Situation: „Wir lieben alle in Colorado und nehmen Hunger ernst. Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass die Bundesregierung anscheinend keine Dringlichkeit oder den Willen hat, um Familien daran zu hindern, Hunger zu leiden.“ Laut Schätzungen des U.S. Department of Agriculture erhalten etwa 42 Millionen Amerikaner bundesweit Lebensmittelhilfen. Diese Zahl macht deutlich, wie wichtig Programme wie SNAP sind, insbesondere in Krisenzeiten.
Die Joint Budget Committee von Colorado genehmigte zu Beginn des Stillstands einstimmig einen Antrag von Polis’ Büro, um einen Monat WIC-Leistungen aus dem staatlichen Allgemeinen Fonds zu finanzieren. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 7,5 Millionen Dollar, die vom Bund nicht zurückerstattet werden.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Belastungen für Familien
Lt. Gouverneurin Dianne Primavera wies darauf hin, dass „hart arbeitende Familien nicht gezwungen werden sollten, zwischen der Bezahlung von Gesundheitsleistungen, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Lebensmitteln zu wählen.“ Diese Aussage spiegelt die Realität wider, vor der viele Familien in Colorado und im gesamten Land stehen, besonders betroffen sind dabei untere und mittlere Einkommensschichten.
Experten warnen, dass die Fortsetzung des bundesstaatlichen Stillstands zu einem Anstieg der Ernährungsunsicherheit führen könnte, besonders für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Statistiken zeigen, dass in Colorado monatlich etwa 617.000 Menschen Lebensmittelhilfen im Wert von über 120 Millionen Dollar erhalten. Im Jahr 2024 wird geschätzt, dass fast eine Million Einzelpersonen in Colorado SNAP beziehen werden.
Politische Verantwortung und Handlungsbedarf
Der Stillstand der US-Regierung hat erstmals seit 2018 zu einer derart ausgeprägten Krisensituation geführt. Der Colorado Attorney General Phil Weiser wandte sich am Wochenende an die Öffentlichkeit und äußerte: „Tausende von Coloradanern könnten kein Essen auf dem Tisch haben, weil der Landwirtschaftsminister und die Trump-Administration den Zugang zu SNAP-Leistungen untergraben.“ Zusammen mit 22 anderen Generalstaatsanwälten forderte Weiser Antworten, warum das USDA 6 Milliarden Dollar an verfügbaren “SNAP-Notfallreserven” nicht verwendet, um die Lebensmittelhilfe weiter zu finanzieren.
Laut einer Mitteilung auf der Website des USDA sei „der Brunnen versiegt“. Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit der Lage und das Versagen der politischen Entscheidungsträger, ein kühnes und schnelles Handeln zu demonstrieren.
Blick in die Zukunft
Mit über 40 Millionen Amerikanern, die auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, wird der Druck auf Politiker sowohl auf bundesstaatlicher als auch auf lokaler Ebene zunehmen, Lösungen zu finden und unerlässliche Unterstützung zu gewährleisten. Rep. Gabe Evans, R-Colorado, forderte die Demokraten auf, für Lösungen zu stimmen und sich nicht weiterhin gegen die notwendigen Maßnahmen zu stellen. „Senatsdemokraten haben mittlerweile 12 Mal dafür gestimmt, die Regierung geschlossen zu halten, und zweimal Blockaden gegen Gesetze verhängt, die unsere Truppen und Bundesangestellten bezahlen würden“, sagte Evans.
In Anbetracht der wachsenden Ernährungsunsicherheit und der besorgniserregenden sozioökonomischen Indikatoren ist es entscheidend, dass die politischen Entscheidungsträger zusammenarbeiten, um die Krise zu bewältigen, bevor sie in eine noch tiefere humanitäre Katastrophe mündet.



