Cracker Barrel: Umstrittener Logo-Change und die Rückkehr zu traditionellen Werten
Die Chief Executive Officer von Cracker Barrel, Julie Felss Masino, erläuterte kürzlich die Hintergründe für den Plan, das Logo der traditionsreiche Restaurantkette für Südstaatenküche zu redesignen. Dieses Vorhaben, das auf breite Ablehnung bei konservativen Kreisen stieß, wurde schnell wieder zurückgenommen. Ziel des neuen Designs war es, die Sichtbarkeit für Autofahrer auf den Autobahnen zu erhöhen – eine strategische Entscheidung, die sich jedoch als kontrovers herausstellte.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal äußerte Masino auf einem Investoren-Gipfel in New York, dass der neu gestaltete Logo-Vorschlag, der den ikonischen Mann und das Fass aus dem Design entfernte und anstelle dessen eine gelbe, sechseckige Form mit der Aufschrift „Cracker Barrel“ einführte, für Werbetafeln leichter erkennbar sein sollte. Masino wies Berichte über ideologische Motive hinter der Veränderung entschieden zurück.
Mit der Ankündigung der neuen Designs im August hatte das Unternehmen behauptet, das minimalistische Logo würde „noch enger an der ikonischen Fassform und Wortmarke verwurzelt sein, die alles ins Leben gerufen hat.“ Dennoch stießen diese Änderungen im „MAGA“-Umfeld auf heftige Kritik. Viele sahen in dem neuen Logo ein Beispiel für eine vermeintlich „woke“ Agenda, die ihrer Esskultur nicht gerecht wurde.
Die negativen Reaktionen endeten damit, dass sogar der ehemalige Präsident Donald Trump intervenierte und Cracker Barrel aufforderte, zum alten Logo zurückzukehren und „einen Fehler, basierend auf den Kundenreaktionen, zuzugeben.“ Die Restaurantkette reagierte schnell, indem sie das neue Logo nur wenige Stunden später zurückzog und verkündete, dass das Bild des „Old Timers“ – dem Mann aus dem ikonischen Logo von 1977 – weiterhin bestehen bleibt.
Zusätzlich kündigte Cracker Barrel auch an, die Pläne zur Modernisierung der Restaurant-Interieurs zurückzustellen. Anstelle dessen wolle der Konzern „Vintage Americana“ beibehalten und weiterhin Schaukelstühle, Kamine, Holzspiele und Antiquitäten in ihren Lokalen präsentieren. Angesichts der enormen Kritik entfernte Cracker Barrel die Marketingagentur hinter dem gescheiterten Logo-Change und strich Berichte über Diversity, Equity und Inclusion (DEI) von seiner Website. Laut einem Unternehmenssprecher seien auch DEI-Teammitglieder sowie Quoten und Anforderungen abgeschafft worden.
Laut dem Sprecher von Cracker Barrel wird „bei der Einstellung, Beförderung und Belohnung von Mitarbeitern ausschließlich auf Fähigkeiten und Leistung geachtet – ohne Ausnahme.“ Das Unternehmen bedient sich damit eines Ansatzes, der in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung als strategisch klug erachtet werden könnte. Umfrageergebnisse und Statistiken deuten darauf hin, dass amerikanische Verbraucher zunehmend Marken bevorzugen, die traditionelle Werte verkörpern.
In einem Markt, der zunehmend polarisiert ist, könnte Cracker Barrel mit dieser Rückkehr zu seinen Wurzeln nicht nur seine Kernzielgruppe behalten, sondern auch strategisch neue Kunden ansprechen, die die traditionelle amerikanische Kultur schätzen. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, die Stimmen ihrer Kunden ernst zu nehmen und gleichzeitig ihre Markenidentität klar zu definieren.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Fall von Cracker Barrel ein lehrreicher Hinweis darauf ist, wie Brandmanagement und Unternehmenspolitik untrennbar miteinander verbunden sind. Unternehmen müssen zunehmend darauf achten, wie ihre Entscheidungen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, um in einer komplexen und oft gespaltenen Gesellschaft erfolgreich zu sein.



