Evakuierungsoperation in Alaska: Sturm richtet verheerende Schäden an und zwingt Hunderte zur Flucht
Die Behörden in Alaska führen derzeit eine bedeutende Evakuierungsaktion durch, die als eine der “bedeutendsten” Lufttransporte in der Geschichte des Bundesstaates gilt. Hunderte Menschen werden umgesiedelt, nachdem ein Sturm am vergangenen Wochenende zwei Dörfer an der Südwestküste verwüstete.
Über 1.500 Menschen wurden vertrieben, als die Überreste des Taifuns Halong die abgelegenen Gemeinschaften im Yukon-Kuskokwim-Delta trafen. Die Region wurde mit heftigen Winden, Regenfällen und rekordverdächtigen Sturmfluten heimgesucht, die dazu führten, dass einige Häuser von ihren Fundamenten losgerissen wurden. In Kipnuk, mit einer Bevölkerung von 715, und Kwigillingok, wo etwa 380 Menschen leben, waren die Evakuierten untergebracht, jedoch unter schwierigen Bedingungen mit eingeschränktem Strom- und Sanitärzugang.
Die Behörden Alaskas transportieren rund 300 Evakuierte nach Anchorage, hunderte Meilen von den Küstengemeinden entfernt. Ein 5.000-Sitze-Arena wurde umfunktioniert, um als Unterkunft des amerikanischen Roten Kreuzes für die Evakuierten zu dienen. Zudem sind hunderte Katastrophenhelfer aus dem ganzen Land in die Region geschickt worden, um den von dem Sturm Betroffenen zu helfen.
Trotz dieser massiven Hilfsmaßnahmen sind sich lokale Behörden bewusst, dass nicht alle Bewohner evakuieren möchten. Jeremy Zidek, ein Sprecher des Notfallmanagements, konnte nicht sagen, wo genau die Evakuierten herkommen. Es gibt Anzeichen, dass einige Bürger in den betroffenen Gemeinden entscheiden könnten, zu bleiben oder bei Freunden und Verwandten Zuflucht zu suchen.
Die Notunterkünfte im regionalen Zentrum Bethel im Südwesten Alaskas erreichen zunehmend ihre Kapazitätsgrenzen. In der Kwigillingok-Schule, in der viele Bewohner Schutz gesucht haben, funktionieren die Toiletten nicht mehr. Buggy Carl, ein Verwaltungsleiter des Kipnuk-Stammes, berichtete gegenüber Alaska Public Media von unzureichendem Strom und Telekommunikationsverbindungen in Kipnuk.
Die Auswirkungen des Wochenendsturms sind verheerend: Windgeschwindigkeiten, die Orkanstärke erreichten, und ein Anstieg des Wasserstandes um 1,8 Meter über dem Normalwert wurden registriert, wie der National Weather Service mitteilt. Mark Roberts, ein Einsatzleiter der staatlichen Notfallmanagementabteilung, beschreibt die Situation in Kipnuk als katastrophal. «Es ist schlimm, sehr schlimm», stellte er in einer Pressekonferenz klar.
Die betroffenen Gemeinden liegen an der Küste des Beringmeers und sind nur per Boot oder Flugzeug erreichbar. Diese Krise wirft auch ein Schlaglicht auf die Kürzungen von Bundeszuschüssen während der Trump-Administration, die darauf abzielten, kleinen, überwiegend indigenen Dörfern zu helfen, sich auf die verheerenden Wirkungen von Stürmen vorzubereiten oder ihre Katastrophenrisiken zu mindern. Ein 20-Millionen-Dollar-Zuschuss der Umweltschutzbehörde (EPA) für Kipnuk wurde beispielsweise von der Trump-Administration gestrichen, eine Entscheidung, die von Umweltgruppen angefochten wurde.
In Anbetracht der wachsenden Dringlichkeit der Situation ist es entscheidend, dass sowohl örtliche als auch nationale Behörden zusammenarbeiten, um adäquate Unterstützung zu bieten und die Infrastruktur dieser verletzlichen Gemeinschaften zu stärken. Statistiken belegen, dass „Extreme Wetterereignisse“, wie sie in der letzten Zeit häufiger auftreten, die Zunahme der Notwendigkeit privater und öffentlicher Investitionen in Schutzmaßnahmen und Katastrophenvorsorge verdeutlichen. Zehn Prozent der von der Küstenerosion betroffenen Gebiete in Alaska sind unverhältnismäßig stark betroffen und erfordern sofortige Aufmerksamkeit und Ressourcen.
Die Berichte über die Evakuierung und die katastrophalen Bedingungen in diesen abgelegenen Dörfern sollten als Weckruf für kommende Generationen dienen, die ganzheitliche Resilienzstrategien zur Bewältigung klimabedingter Herausforderungen zu entwickeln.



