Neuigkeiten über Klagewelle gegen chemische Haarglätter: Georgia Supreme Court gibt Frauen Hoffnung
Jahrzehntelang dominierten Haarglätter den Schönheitsmarkt, indem sie die Verbraucherinnen mit dem Versprechen schicker Frisuren lockten. Doch die langfristigen gesundheitlichen Folgen dieser Produkte stehen nun zunehmend im Fokus. In einem wegweisenden Urteil hat der Oberste Gerichtshof von Georgia einer Frau die Möglichkeit eröffnet, die Hersteller dieser chemischen Produkte zur Verantwortung zu ziehen, während jedoch das Zeitfenster für rechtliche Schritte schnell schließt.
Kürzlich entschied das Gericht, dass Kiara Burroughs aus Atlanta, die angibt, durch chemische Haarglätter symptomatische Uterusmyome entwickelt zu haben, ihre Klage gegen die Firmen L’Oréal und Strength of Nature fortführen kann. Burroughs begann 1995 mit der Anwendung von Relaxern und nutzte diese bis 2014. Ihre Diagnose von Myomen erfolgte 2018, und 2022 reichte sie die Klage ein, nachdem bedeutende Studien aufgezeigt hatten, dass häufige Anwendungen von Relaxern mit reproduktiven Gesundheitsrisiken in Verbindung stehen.
Die Hersteller argumentierten, Burroughs sei zu spät mit ihrer Klage. Laut einem Gesetz in Georgia, dem sogenannten «Statute of Repose», seien Klagen, die mehr als zehn Jahre nach dem ursprünglichen Kaufprodukt eingereicht werden, unzulässig. Während das Berufungsgericht von Georgia dieser Sichtweise folgte, widersprach der Oberste Gerichtshof und entschied, dass bei jedem Neubeschaffung des Produkts die Frist für rechtliche Schritte zurückgesetzt wird. Damit kann Burroughs ihre Klage für Produkte einreichen, die sie zwischen 2012 und 2014 verwendet hat, nicht jedoch für frühere Untersuchungen.
Burroughs’ Fall ist nur einer von über 600 Klagen, die in den Gerichten von Georgia eingereicht wurden; national wurden mehr als 9.000 Fälle in einem Bundesverfahren zusammengelegt, wie aus Berichten der *Atlanta Journal-Constitution* hervorgeht.
Elisabeth Stone, eine der Anwältinnen von Burroughs, äußerte sich optimistisch über das Urteil des Obersten Gerichtshofs und betonte dessen Bedeutung für andere, die möglicherweise durch Haarglätter geschädigt wurden. In einer E-Mail an *Capital B Atlanta* erklärte sie: „Das Urteil bedeutet, dass alle Ansprüche unserer Mandantin gegen die Hersteller in dieser Angelegenheit in die Entdeckungsphase des Verfahrens überführt werden, was es uns ermöglicht, zu ermitteln, was die Hersteller über die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen ihrer Produkte wussten.“
Das Gericht stellte sicher, dass die Interpretation von Georgias zehnjähriger Produkthaftungsfrist präzisiert wurde. In einer einhelligen Meinung wurde klargestellt, dass sich Ansprüche nicht nur auf die erste Nutzung eines Produkts beziehen, sondern auch auf unterschiedliche Erwerbs- und Wiederverwendungsphasen.
Obwohl dies eine bedeutende Entwicklung für Burroughs darstellt, muss sie dennoch den Beweis erbringen, dass die Produkte, die sie zwischen 2012 und 2014 verwendet hat, direkt für ihre gesundheitlichen Probleme verantwortlich sind.
Gerichtspreise und Studien weisen darauf hin, dass die Verwendung chemischer Haarglätter insbesondere in afroamerikanischen Gemeinschaften verbreitet ist. Die US-amerikanischen Gesundheitsbehörden, einschließlich der Food and Drug Administration (FDA), haben bereits Schritte unternommen, um schädliche Inhaltsstoffe, wie Formaldehyd und dessen abgebende Bestandteile, die mit Krebs in Verbindung gebracht werden, aus Haarbehandlungen zu verbannen. Dieser Vorschlag kam nicht ohne die Herausforderungen mehrerer Verzögerungen und politischer Entscheidungen, die die Zukünftigkeit dieser Vorschriften in Frage stellen.
Insgesamt zeigt die Situation um Kiara Burroughs und die Klagewelle gegen chemische Haarglätter nicht nur die rechtlichen Hürden auf, mit denen betroffene Verbraucher konfrontiert sind, sondern wirft auch Fragen zur Verantwortung der Unternehmen und der Regulierung von Schönheitsprodukten auf. Analysten warnen, dass ohne wirksame gesetzliche Maßnahmen und Aufklärung viele Benutzer weiterhin potenziellen Gesundheitsrisiken ausgesetzt bleiben.



