Rechtsstreit um die Entlassung von Staatsanwälten in Louisiana: Ein Fall von Amtsmissbrauch und politischer Einflussnahme
In Louisiana erhebt eine Gruppe von vier ehemaligen Staatsanwälten Klage gegen die Regierung des Bundesstaates und das Büro des Staatsanwalts, nachdem sie ohne Vorwarnung entlassen wurden. Die Kläger, die in den lokalen Verteidigungsbüros von Caddo, Natchitoches, Evangeline sowie East Carroll, Madison und Tensas tätig waren, beschuldigen die Verwaltung von Gouverneur Jeff Landry, in die Überprüfung ihrer Arbeitsverträge eingegriffen und zu ihren Entlassungen beigetragen zu haben.
Die Anwälte Rick Schroeder und Stephen Haedicke, die die Kläger vertreten, argumentieren, dass die Kündigungen das Ergebnis der rechtswidrigen Handlungen von Rémy Voisin Starns, dem Louisiana State Public Defender, sind. Diese Entlassungen wurden angeblich durch eine neu ernannte Mehrheit im Aufsichtsgremium des Staatsanwalts gefördert, die speziell ausgewählt wurde, um die rechtswidrigen Entscheidungen Starns zu unterstützen. In ihrer Klageschrift betonen die Anwälte: „Die Kündigung der Kläger ist vor allem das Ergebnis der rechtswidrigen Handlungen eines einzelnen Menschen.“
Das Klageverfahren ist ein Ausdruck eines über zwei Jahre andauernden Konflikts zwischen Starns und den ehemaligen Chief Public Defenders, die sich öffentlich gegen ihn ausgesprochen haben. Die Kläger beanspruchen fast ein Jahrhundert an kombinierter Erfahrung im öffentlichen Verteidigungssystem und weisen darauf hin, dass sie während ihrer Amtszeit nie mit problematischen Prüfungen oder Leistungsbewertungen konfrontiert waren. Sie behaupten, Starns habe keine „rechtlichen Gründe“ für ihre Entlassungen angeführt, sondern sie aufgrund persönlicher Animositäten nicht wieder eingestellt.
In der vergangenen Legislaturperiode haben die Kläger gegen Gesetzesvorschläge ausgesagt, die Starns eine nahezu vollständige Kontrolle über das öffentliche Verteidigungssystem und die Gehälter der Chief Public Defenders übertragen hätten. Nach umfassender Kritik zogen die Staatsvertreter die Vorschläge zurück und ermöglichten es dem Aufsichtsgremium, die Gehälter der Chief Public Defenders zu überprüfen und zu genehmigen.
Erstaunlicherweise gab es eine Reihe von Wechseln im Aufsichtsgremium während des Konflikts. Fünf der neun Mitglieder wurden innerhalb von sechs Wochen ausgetauscht, was die Besorgnis über eine systematische Einflussnahme der Landry-Verwaltung verstärkt hat. Der Rechtsstreit wird durch Vorwürfe unzulässiger Kontakte und der Nichteinhaltung öffentlicher Besprechungsgesetze untermauert. Solomon, ein Anwalt aus New Orleans, wird in der Klageschrift zitiert: „Diese Ereignisse werfen ernsthafte Fragen über die Integrität und Transparenz des öffentlichen Verteidigungssystems in Louisiana auf.“
Zusätzlich wird in der Klage behauptet, dass die neuen Mitglieder des Aufsichtsgremiums entweder zur Abstimmung für die Entlassungen gedrängt wurden oder ihre Ernennung an die Zustimmung zu Starns’ Entscheidungen gebunden war. Der nach wie vor umstrittene Medlock Harbison Jr., der keine Erfahrungen im Bereich des Strafrechts vorweisen kann und erst wenige Stunden vor der Abstimmung ernannt wurde, war der entscheidende Stimmengeber.
Die Kläger fordern nun einen Geschworenentest, um die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs und der politischen Einflussnahme aufzuklären. Angesichts der steigenden Spannungen zwischen den verschiedenen Akteuren im öffentlichen Verteidigungssystem ist es entscheidend, dass in diesem Fall Transparenz und Gerechtigkeit herrschen, um das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz zu wahren.
Diese Entwicklungen in Louisiana werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen öffentliche Verteidigungssysteme im gesamten Land stehen, insbesondere in Bezug auf politische Einflussnahme und die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit. Die Entscheidung des Gerichts wird nicht nur die vier klagenden Anwälte betreffen, sondern könnte auch weitreichende Folgen für das gesamte System der öffentlichen Verteidigung im Bundesstaat haben.



