Texas kennzeichnet Tausende von Wählern als ‘Nicht-Bürger’ – doch die Daten könnten falsch sein

Mögliche Nicht-Staatsbürger unter Texas-Wählern: Anhaltende Bedenken über die Genauigkeit der Datenbank

Das Büro des Sekretärs von Texas gibt an, dass mehr als 2.700 registrierte Wähler möglicherweise keine US-Bürger sind. Diese Behauptung basiert auf einer Analyse, die eine Bundesdatenbank verwendet, die derzeit jedoch rechtlich angefochten wird. Die Situation wirft erhebliche Fragen zur Integrität der Wählerregistrierungsprozesse und der verwendeten Datenbanken auf.

Die Sekretärin des Staates Texas, Jane Nelson, gab bekannt, dass nach dem Abgleich der Wählerregistrierungsdaten mit den Flüchtlingsdaten des Bundes mindestens 2.724 Wähler als potenzielle Nicht-Staatsbürger identifiziert wurden. Harris County verzeichnet mit 362 möglichen Nichtbürgern die höchste Anzahl, gefolgt von Dallas, Bexar und El Paso, die 277, 201 beziehungsweise 165 potenzielle Nicht-Staatsbürger in den Wählerlisten aufweisen.

Die Überprüfung umfasste die Analyse von über 18 Millionen registrierten Wählern in Texas mithilfe der Systematic Alien Verification for Entitlements (SAVE) Datenbank, die erst kürzlich den Bundesstaaten kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Diese Datenbank ist ursprünglich 1986 eingerichtet worden, um den Einwanderungsstatus von Personen zu verifizieren, die Bundesleistungen beantragen oder erhalten.

Im April wurde die SAVE-Datenbank jedoch erweitert, um eine zentrale, landesweite Quelle zur Überprüfung des Nicht-Staatsbürgerstatus zu schaffen. Dies geschah im Bestreben, zu verhindern, dass Nicht-Staatsbürger an Wahlen in den USA teilnehmen. Die Modifikationen schlossen Gebühren für die Staaten aus und fügten zusätzliche Daten, darunter kriminelle Aufzeichnungen, hinzu.

Rechts- und Bürgerrechtsgruppen haben jedoch erheblichen Widerspruch gegen die Anwendung der Datenbank im Wählerkontext geäußert, da die Datenbank ursprünglich zur Verifizierung von Ansprüchen auf Regierungsleistungen gedacht war und nicht zur Bestätigung der Staatsbürgerschaft bei Wahlen. Ein Bericht aus dem Juli wies darauf hin, dass die Datenbank unvollständige oder veraltete Informationen enthält. Die Nutzung dieser Ressource zur Verwaltung der Wählerlisten „wirft erhebliche Bedenken“ hinsichtlich der Genauigkeit und Privatsphäre auf, was möglicherweise dazu führt, dass wahlberechtigte Bürger fälschlicherweise gelöscht werden.

In einer Klageaktion kündigte eine Koalition von Wählerrechtsgruppen eine Musterklage gegen die Erweiterung der Datenbank an, weil diese ihrer Meinung nach gegen die US-Verfassung verstößt. Zuvor hatten Gesetzgeber in Texas übertriebene Angaben zur Anzahl der Nicht-Staatsbürger-Wähler im Lone Star State gemacht. Eine Untersuchung von ProPublica, The Texas Tribune und Votebeat ergab, dass viele US-Bürger fälschlicherweise als Nicht-Staatsbürger identifiziert und aus den Wählerlisten gestrichen wurden, nachdem Gouverneur Greg Abbott behauptet hatte, mehr als 6.500 Nicht-Staatsbürger seien vor der Wahl 2024 von den Listen entfernt worden. Untersuchungen zeigten jedoch, dass das Büro des Sekretärs des Staates nur 581 Personen als Nicht-Staatsbürger identifiziert hatte.

Nach dem texanischen Wahlgesetz werden Wähler, die als potenzielle Wähler ohne Staatsbürgerschaft gekennzeichnet sind, über ihren Status informiert und haben 30 Tage Zeit, um einen Nachweis über ihre Staatsbürgerschaft zu erbringen, andernfalls wird ihre Wählerregistrierung annulliert. Personen, die als Nicht-Staatsbürger identifiziert werden und illegal gewählt haben, werden an die Generalstaatsanwaltschaft von Texas zur Untersuchung verwiesen.

Die aktuellen Ereignisse beleuchten die potenziellen Risiken und Herausforderungen, die mit der Nutzung solcher Datenbanken in einem sensiblen Gebiet wie der Wählerregistrierung verbunden sind. Experten warnen vor der Gefahr, dass ungenaue Daten nicht nur die Integrität der Wahlen gefährden, sondern auch das Vertrauen der Bürger in das Wahlsystem untergraben können. Das Thema bleibt aktuell und wird sicher auch in Zukunft Gegenstand erbitterter Debatten und rechtlicher Auseinandersetzungen sein.