USA blockieren WTO-Vorschlag zur Besetzung freier Stellen im Berufungsgremium zum 91. Mal, sagt Handelsbeamter

BERLIN – USA blockieren erneut Auswahlprozess für den Streitbeilegungsmechanismus der WTO

Die Vereinigten Staaten haben abermals ein Angebot von 130 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) zurückgewiesen, das darauf abzielte, den Auswahlprozess zur Besetzung von vakanten Positionen im Berufungsgremium der WTO zu initiieren. Dies wurde von einem Handelsvertreter mit Sitz in Genf bestätigt.

Diese Entscheidung der USA stellt bereits das 91. Mal dar, dass der Vorschlag blockiert wurde. Dies verdeutlicht die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten innerhalb der WTO hinsichtlich der notwendigen Reformen des Streitschlichtungssystems. Laut Experten könnte die Blockade entscheidende Auswirkungen auf die internationale Handelsordnung haben, die sich bereits in einer Phase der Unsicherheit befindet.

Die Streitbeilegung ist ein zentrales Element der WTO, da sie Mitgliedsländer bei Handelskonflikten unterstützt und somit Vertrauen in multilaterale Handelsabkommen fördert. Dies wird umso wichtiger, als die globalen Handelsströme in den letzten Jahren durch geopolitische Spannungen und protektionistische Maßnahmen beeinflusst wurden. Eine Studie der WTO zeigt, dass die Zahl der Handelskonflikte in den letzten Jahren um 20% gestiegen ist, was die Dringlichkeit für effektive Streitbeilegungsverfahren unterstreicht.

Die Weigerung der USA, den Auswahlprozess voranzutreiben, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die WTO ohnehin unter Druck steht. Ein ausbalanciertes und funktionsfähiges Streitbeilegungsgremium ist entscheidend, um das Vertrauen der Mitgliedsstaaten in das System aufrechtzuerhalten. Es wird erwartet, dass die andauernde Blockade das Risiko erhöht, dass Länder unilateralere Handelsmaßnahmen ergreifen, was letztendlich der globalen Wirtschaft schaden könnte.

Internationale Handelsanalysten warnen vor den potenziellen Folgen solcher Handlungen. „Wenn die WTO nicht in der Lage ist, ihre Streitbeilegung effektiv zu verwalten, könnten wir von einem Rückfall in protektionistische Handelspraktiken bedroht sein“, sagte ein renommierter Ökonom der Brookings Institution.

In Anbetracht der aktuellen Situation ist es essenziell, dass alle Mitgliedsstaaten, insbesondere die USA, ihre Position überdenken und sich konstruktiv an den notwendigen Reformen beteiligen. Nur durch einen kollektiven Ansatz kann die WTO ihre zentrale Rolle im internationalen Handel bewahren und ein stabiles Umfeld für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Wachstum schaffen.