Wildwechsel im Sequoia Park Zoo: Ein junger Schwarzbär besucht seine Artgenossen
Der Sequoia Park Zoo in Eureka, Kalifornien, hat kürzlich von einem unerwarteten Besuch eines wilden, jungen Amerikanischen Schwarzbären berichtet, der sich in die Einrichtung wagte und drei in Gefangenschaft lebende Artgenossen begegnete. Dieser Vorfall, der die Aufmerksamkeit von Tierliebhabern und Experten gleichermaßen auf sich zog, wirft Fragen zu menschlichen und tierischen Interaktionen sowie zu Sicherheitsprotokollen in Zoos auf.
Bei einer täglichen Inspektion am Freitagvormittag entdeckte ein Mitarbeiter den unerwarteten Besucher. Der wilde Bär erkundete neugierig verschiedene Spielzeuge und hatte freundliche Begegnungen mit den drei stationären Bären des Zoos, die die Namen Tule, Ishung und Kunabulilh tragen. Jim Campbell-Spickler, der Direktor des Zoos, kommentierte: «Er war wirklich sehr interessiert an unseren drei Bären und stellte sich allen über den Zaun vor. Die Interaktion war süß, ruhig und neugierig. Wir glauben, dass er einfach auf der Suche nach einem Freund war – auch wenn das natürlich anthropomorphisierend sein kann.»
Solche außergewöhnlichen Begegnungen sind in Zoos selten, und der Vorfall wirft einen Blick auf die Dynamik zwischen wilden Tieren und Zoo-Bewohnern. Der Zoo beherbergt mehr als 150 Tiere und hat in der Vergangenheit viele andere nichtmenschliche Besucher wie Stinktiere, Waschbären und Füchse erlebt. Ein Bär hingegen ist das erste tierische Exemplar, das jemals in dieser Einrichtung auftauchte.
Der Zutritt des Bären bleibt ein Rätsel – die Hauptumzäunung wurde nicht beschädigt. Campbell-Spickler äußerte seine Vermutung, dass der Bär möglicherweise durch das Klettern eines Baumes in das Gehege gelangte. «Es ist denkbar, dass er einfach sehr entschlossen war, unsere Bären zu besuchen», erklärte er.
Nach dem Vorfall wurden Beamte der Eureka Police Department und ein Ranger des California Department of Fish and Wildlife hinzugezogen, um bei der Situation zu helfen. Nach etwa 20 Minuten war es den Beauftragten möglich, den wilden Bären sanft zurück in den angrenzenden Sequoia Park zu geleiten, einer Fläche von 67 Acres, die ein bekanntes Habitat für Bären, Rehe und Otter ist. «Insgesamt war er ein sehr höflicher Besucher», bemerkte die Bildungsbeauftragte des Zoos, Christine Noel.
Peter Tira, Sprecher des California Department of Fish and Wildlife, betonte in einem Statement: «Es war ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten, besonders für den Bären.» Experten zufolge ist die Interaktion zwischen wilden Tieren und solchen in Gefangenschaft ein wichtiges Thema, das nicht nur den Tierschutz berührt, sondern auch Erkenntnisse über das Verhalten und die sozialen Strukturen von Bären liefern kann.
Statistiken zeigen, dass die Populationen von Amerikanischen Schwarzbären in vielen Regionen der USA zunehmen, was zu häufigeren Begegnungen mit menschlichen Siedlungen führen kann. In Kalifornien wird geschätzt, dass es über 30.000 Schwarzbären gibt, was die Relevanz von solchen Vorfällen in städtischen und suburbanen Gebieten unterstreicht.
Mit dem zunehmenden Interesse der Öffentlichkeit an der Begegnung zwischen dem wilden Bären und seinen gefangenen Artgenossen stellt sich die Frage, wie Zoos in Zukunft mit solchen Situationen umgehen werden. Der Vorfall im Sequoia Park Zoo könnte dazu beitragen, notwendige Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und die Richtlinien zur Tierhaltung zu überarbeiten.



